Twitter

Wisst Ihr noch? Damals, als Twitter neu war? Als man noch Sternchen hatte und Retweets mit „RT:“ begannen?

Das waren schöne Zeiten… Man verabredete sich zu Telefonzellen Sit-Ins, hatte Spass zusammen und es war ein harmonisches und spassiges Austauschen.
Es ging um Technologie, Fotografie, Gott und die Welt. Manchmal war es politisch, manchmal überhaupt nicht.

Aber eines war es zu Beginn immer: ein respektvoller Umgang miteinander. Man akzeptierte andere Meinungen, schlimmstenfalls blockte man einander, aber im Grossen und Ganzen ging es ruhig und gesittet zu und her.

Über die Jahre wurde es auf Twitter lauter. Immer mehr Leute stiessen hinzu, was an und für sich nichts Schlechtes ist.

Aber innerhalb der letzten zwei Jahre scheint es – in den eigentlich sozialen Medien – immer weniger um das Soziale und um den Respekt sondern immer mehr um Ideologien und Hetzjagden auf Leute, die anderer Meinung sind zu gehen.
Rechtsradikale Gruppen wie die Identitäre Bewegung, PEGIDA oder die AfD entdeckten die sozialen Medien für sich und haben begonnen Ihren Hass überall wo nur möglich zu verbreiten.

Sogar ursprünglich gute und wichtige Bewegungen wie der Feminismus wurden durch radikale VertreterInnen immer mehr zu totalitären Ideologien, welche andere Meinungen im Keim zu ersticken versuchen und Hetze gegen alles was Weiss und Männlich ist verbreiten.
Nicht selten wenden sie sich sogar gegen die eigenen Leute, weil sie nicht in jedem Punkt gleicher Meinung sind. Ein gutes Beispiel dafür sind die Reaktionen auf den Thread von Robin.

Zusammen mit diesem Hass kam auch die Bigotterie. Zum einen sagen diese sogenannten „Feministen“ „CIS-Dudes sind Müll“, meinen damit aber nicht Alle und man dürfe ihnen nicht vorwerfen, dass sie Alle über einen Kamm scheren. Wenn ich dann hinkomme und sage „Drecksnetzfeministenpack“, dann bin ich aber dann der, der alle über einen Kamm schert und das gehe ja wohl gar nicht!

Ich sehe wie dieses Verhalten und diese Ideologien immer mehr gute Leute, die mir zwar teilweise fremd sind, die ich aber trotzdem sehr schätze, von Twitter vertreibt, weil es ihnen zu blöd wird. Das macht mich nicht nur traurig und wütend. Es macht mich auch müde.

Ich weiss nicht, wie lange ich das noch mitmache, versuche aber in Zukunft meine Bubble ein bisschen anzupassen. Und wenn es mir zuviel wird, werde ich meinen Twitteraccount wohl endgültig löschen.

Disclaimer:

Ich weiss, dass ich mich auch nicht immer politisch korrekt verhalte auf Twitter. Ich versuche meist ruhig und sachlich zu bleiben. Aber manchmal werden mir die oben beschriebenen Dinge zuviel und dann muss ich auch mal austeilen.

Posted in Digital, Gesellschaft, Leben, Social Media.

igwigg

Der, der hier hin und wieder mal Dinge hinschreibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.