Die Sache mit dem Rassismus…

Momentan ist mal wieder eine kleinere Rassismusdebatte am herumgeistern. Da Twitter keine brauchbare Diskussionsplattform ist, hier meine Gedanken dazu.

Momentan wird mal wieder viel auf die Rassismuspauke gehauen.

Angefangen hat es mit der Sendung „Wetten dass,“. Bei einer Wette ging es darum, dass sich die Leute als Ebenbilder von Lukas dem Lokomotivführer und Jim Knopf verkleiden sollten. Da Jim Knopf nun mal ein Schwarzer ist, malten sich die Leute das Gesicht schwarz an.
Es kam, wie es kommen musste: BÄM! brach ein Shitstorm los. Die Leute auf Twitter taten das, was sie am besten können: Sich aufregen. Dies unter dem Hashtag #blackfacing.

Später dann kam es in der Schweiz dazu, dass der amtierende Stadtpräsident als Komödiant auftrat und sich mit Witzen über Italiener in die Nesseln setzte. Auch hier kam es zu diversen Aufschreien, und einer Anzeige.

Birgit Steinegger hat ebenfalls den Zorn einiger Leute auf sich gezogen, als sie das Täschligate parodiert hat. Weil sie sich dafür schwarz angemalt hat (wohlgemerkt, die Figur hat sie seit ich sie kenne im Repertoire und bisher hat sich keiner davon stören lassen.).

Gestern dann habe ich erfahren, dass auch die Comedy-Serie „How I met your Mother“ einen Shitstorm losgelöst hatte, weil sie in einer Folge die Schauspieler gelb angemalt haben.

So, und nun hat also noch Massimo Rocchi eine antisemitische Aussage gemacht.

Gut, die Aussage von Massimo Rocchi habe ich nicht im Zusammenhang gehört und sie berechtigt wahrscheinlich tatsächlich zu einer Anzeige.

 

Aber das andere? Wenn Leute die sich Schwarz, Gelb oder Rot anmalen, Rassisten sein sollen, muss mir unbedingt mal jemand erklären, warum Michael Jackson nie als Rassist bezeichnet wurde!
Besonders bei Jim Knopf ging es nicht darum sich über die Schwarzen lustig zu machen, sondern sich mit einem kleinen Helden aus einer Geschichte zu identifizieren. Ich sehe dort keinen grund jemanden als Rassist zu bezeichnen. Nichtmal den Autoren der Geschichte, da Jim ja nicht unterdrückt oder sonstwas wurde, sondern Hauptfigur und Held der Geschichte war.
Also wo zum Geier soll hier Rassismus sein? Niemand wurde benachteiligt, es hat sich niemand Lustig über jemanden gemacht.

Und wenn es jetzt darum geht, dass zur Zeit der Sklaverei sich Schauspieler bei Theatern schwarz angemalt haben, um sich damit über die Schwarzen lustig zu machen, frage ich mich doch, wieviele das heute überhaupt noch wissen. Und wieviele es heute noch aus diesem Grund machen.

Bei Frau Steinegger ging es nicht darum, sich über die Schwarzen per se lustig zu machen. Sondern über den Vorfall im Ganzen. Denn über den Vorfall haben damals Leute gelacht, die heute die Parodie verurteilen weil sie rassistisch sei. Aber als es passierte war es nicht rassistisch?

Bei Tschäppät ist es so eine Sache. Meiner Meinung nach hätte er diesen Auftritt gar nicht durchführen sollen, aber das ist erstmal egal. Er stand also da oben und hat irgendwelche Witze preisgegeben, die schon einen Bart hatten, als ich noch ein Kind war.
Ja die Witze gingen gegen Italiener. Aber hey, ich kenne Leute die regen sich darüber auf, machen aber selber Witze über Österreicher oder Franzosen. Soll das denn weniger schlimm sein?

Es kommt mir im Moment einfach vor, als würde sich jeder gerne über etwas Aufregen, ohne überhaupt mal nachzudenken. Rassimus ist schlimm, ganz klar. Aber die Obengenannten Beispiele (Ausser das mit Rocchi) sind meines Erachtens nicht das Schlimme an Rassismus.
Schlimm ist, wenn einer keinen Job bekommt, nur weil er ein -ic am Namensende hat. Oder weil er dunkler ist als ein Mitbewerber. Obwohl er die besseren Noten hat, und perfekt Berndeutsch spricht, eventuell sogar den Schweizer Pass hat.
Schlimm ist, dass ich mein Handy vom Tischchen nehme, wenn sich im Zug ein Marrokaner zu mir ins Abteil setzt. Oder ich mich darüber aufrege, wenn ich einen Kunden am Telefon habe, der gebrochenes Deutsch spricht.

Es gibt viele schlimme Beispiele bei denen sich anscheinend viel weniger Leute darüber aufzuregen scheinen. Ich habe auf Twitter bis jetzt noch keinen gesehen, der sich darüber aufgeregt hat, dass sein dunkelhäutiger Nachbar immer noch auf Jobsuche ist, weil er nur Absagen erhält oder ähnliches.

Satire ist Humor. Humor kann zuweilen böse sein. Und hier ist es wie bei den Computerspielen: Man muss unterscheiden können, wann etwas ernst gemeint ist, und wann nicht.

Wenn über die Kirche Witze gemacht werden, regt sich ja auch keiner auf, schliesslich seien es ja nur Witze. Oder wenn ein Deutscher über die Schweizer Witze macht, dann gibt es auch keinen Aufschrei, obwohl das eigentlich genauso Rassismus ist.

Also schaut euch die Sache ein wenig differenzierter an und stimmt nicht immer gleich in den Chor der Aufschreienden ein. Nicht alles ist immer gleich Ernst gemeint.

Ja, ich bin gegen die Unterdrückung und Diskriminierung von Minderheiten. Und ich würde jederzeit dagegen vorgehen. Aber es muss verhältnismässig sein.

Und bevor einer von der Antifa hier was kommentiert, möchte ich dann doch noch gerne wissen, was Autoanzünden mit „gegen Rechts“ zu tun hat. Danke.

Foto: Jean Pierre Hintze

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igwigg

2 Comments

  1. ich verstehe deine Gedanken und denke auch oft, dass es zu sehr aufgebauscht wird. Ich glaube aber, dass man hin und wieder gewisse Sachen einfach wieder mal formulieren muss, um auch ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es eben nicht ok ist. Dank Social Media wird aber dieses Formulierte oft tage-/wochen-/monatelang herum gereicht und oftmals ad absurdum geführt.

    Nichts desto trotz finde ich, sollten wir auch bei so „unwichtigen“ Dingen wie Witzen hinhören. Weil, wie heisst es so schön: in jedem Witz steckt ein Körnchen Wahrheit – Menschen schubladisieren andere Menschen genau auf Grund solcher kleinen „Wahrheiten“ und genau so entstehen dann die Sachen, die Dich nerven, nämlich, dass ein Mensch mit -ic als Nachnamen keinen Job bekommt.

    • Ja wahrscheinlich rege ich mich auch hauptsächlich nur über die Tatsache auf, dass es eben so ad absurdum geführt wird (am meisten regte ich mich über die Jim Knopf Sache auf).
      Und ich bin auch klar dafür, dass man nie vergessen soll, dass es Rassismus gibt. Aber genau durch das Aufbauschen in den Sozialen und normalen Medien wird die ganze Problematik meiner Meinung nach häufig ins Lächerliche gezogen und verfehlt das eigentliche Ziel (Ausser bei den Onlinenewsseiten, deren Ziel meist eh nur die vielen Klicks sind).

      Bevor man sich über andere Aufregt, sollte man erst sich selbst an der Nase nehmen, und sich mal beobachten wie häufig man selber „diskriminierend“ denkt oder sogar handelt. Ganz im Sinne vom ersten Stein werfen, wenn man ohne Schuld ist.

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